… auch zu diesem Thema gibt es eine Vielzahl von Publikationen. Da Angebot reicht von Büchern über Seminare bis hin zu „Selbsthilfegruppen”.
Ist auch ein interessantes Thema wenn man „lernt” mit seiner Zeit zu „haushalten”.
In den meisten Fällen geht es darum, das „knappe Gut” ZEIT so einzusetzen, dass am Ende einer Periode so viel wie möglich davon übrig bleibt.
Dafür werden Plane, To-do-Listen, Zeitraster, Prioritätenlisten, usw. erstellt um diesem Ziel gerecht zu werden.
Ich gebe offen zu, dass ich ein begeisterter Fan dieser Dinge bin und ich diese „Werkzeuge” besitze und den Einsatz auch bei jeder Gelegenheit befürworte.
Bei allem tun und machen in diesem Bereich stellen sich aber auch die Fragen: „Wofür tue ich dies?” bzw. „Was fange ich mit der (vielen) freien Zeit an?”
Und genau hier, davon bin ich überzeugt, beginnt für viele das Dilemma! – Durch Straffung, Optimierung des eigenen Zeiteinsatzes lässt sich nicht unerhebliche „Zeitpolster” aufbauen. Diese Optimierung bringt i.d.R. einen gewissen Stress mit sich, da ja eine bestimmte Menge an Arbeit, Terminen, Verpflichtungen in einem kürzeren Zeitraum absolviert wird.
Ist dies gelungen, fallen vielen danach in ein „Loch”, da sich nicht wissen was sie mit der Zeit anfangen sollen.
Der Vorgang des „Zeitsparens” wird in der Öffentlichkeit häufig als „Zeitmanagement” bezeichnet.
Unter Zeitmanagement verstehe ich, den Einsatz der Zeit so zu gestalten, dass es mir einen Vorteil / Nutzen bringe und ich meine anstehenden Aufgaben, Verpflichtungen, Wünsche stress- und (teilweise) druckfrei erledigen kann.
Wenn ich mich mit diesem Thema beschäftige, beantworte ich als erstes die beiden vorher genannten Fragen, „Wofür tue ich das?” und „Was will ich mit der freien Zeit anfangen?”
Damit vermeide ich, dass ich, wenn die Zeit zur Verfügung steht nicht in das erwähnte „Loch” falle.
Durch die Beantwortung der Fragen, habe ich mir gleichzeitig ein Ziel gesetzt, dieses gilt es nun zu „verfeinern”, zu präzisieren.
Zur Erinnerung: Ein Ziel sollte quantitativ und qualitativ bestimmt sein.
In Bezug auf die Zeit bedeutet dies für mich, dass die Qualität durch die Antworten bestimmt wird und die Quantität dadurch, wie viel Zeiteinheiten ich dafür zur Verfügung haben möchte.
Mit Hilfe des Zielkorridors habe ich dann die Möglichkeit die jeweiligen Teilschritte hin zu meinem Ziel in Einklang zu bringen.
Wie schaut es mit den Antworten bei einem selbst, bei Dir aus? – Wofür würdest du dir die „Strapazen”, den Stress auf die Schultern packen, um Zeit zu bekommen?
Bei der Planung des Zeiteinsatzes ergeben sich eine Vielzahl von Fragen, auf die man eine Antwort finden sollte (muss).
Um ein klareres Bild davon zu bekommen, schlage ich vor zu Beginn eigene Definitionen für die Worte „Zeit (allg.) – Stress – Druck – Planung – Freizeit – Arbeitszeit – Planung” zu finden. Ohne diese Definition für einen selbst, erhält man keine eigene „Zeitmanagement” – Definition.
Ein für dieses Thema, diesen Bereich sehr wichtiges Wort ist „NEIN”.
Durch Verwendung dieses Wortes lässt sich so einiges an Zeit frei machen. Die Anwendung, den Einsatz dieses (mächtigen) Wortes sollte (ich bin sogar der Meinung: m u s s) erlernt werden.
Zur besseren Einschätzung der Wichtigkeit bitte einmal in Erinnerung rufen, wann zum letzten Mal „Nein” bei einem selbst zum Einsatz gekommen ist? – was war der Grund? – welche Gefühle sind dabei zu tage getreten? – sind Folgen / Konsequenzen eingetreten?
Die Antworten auf diese Fragen spiegelt das (eigene) Verhältnis dazu wieder.
Der Einsatz dieses Wortes beginnt, wie bei jedem anderen Thema auch, bei einem selbst.
Zur Verdeutlichung, bei der Erstellung des eigenen Zielkorridors „Zeit” gilt es zu entscheiden, was in den Korridor gehört (Ja) und was nicht (Nein)
Wie dies genau geht, dafür haben sich Spezialisten sich den Kopf zerbrochen und (teilweise) sehr gute Leitfäden veröffentlicht. Darum möchte ich darauf nicht näher einsteigen, was mich vorrangig interessiert ist, was fange ich mit der „freigewordenen” Zeit an?
Ist das, was ich in dieser Zeit dann tun möchte so anziehend, wünschenswert, begeisternd, dass ich mich dafür auch anstrenge?
Häufig ist es doch so, dass der Anstoß für ein „Zeitmanagement” von Außen (Partner, Familie, Arbeitgeber, usw.) kommt und nur in den seltensten Fällen von einem selbst ausgeht. (Zur Erinnerung: wie wichtig ist das Wort „Nein” in Bezug auf die Zeit?!)
Ich bin der Meinung, dass fast alle Versuche ein Zeitmanagement aufzubauen durch äußere Impulse initiiert wurde, dies ist aber (größtenteils) zum Scheitern verurteilt.
Aufgrund dieser These gilt es sich klar zu werden ob ich das will und je nachdem wie stark der eigene Antrieb ist, die dafür notwendigen Anstrengungen, Schritte zu unternehmen.
Ohne eine grundlegende Vorarbeit halte ich es für nicht ratsam ein „eigenes” (neues) Zeitmanagement aufzubauen. Sollten diese grundlegenden Überlegungen nicht zu dem benötigten Antrieb, Anstoß, der Bereitschaft führen ist es vielleicht ratsam, das bestehende System zu verfeinern, in dem ich mich gerade befinde?
Hinsichtlich der „Verfeinerung”, wie auch bei Erstellung eines „neuen, eigenen” Systems ist das „Pause machen” ein wichtiger Baustein, denn auch Pause machen will gelernt sein.
Warum sind Pausen so wichtig? – Ein möglicher Grund ist, dass durch den Fortschritt der Technisierung sich schrittweise die (notwendigen) Pausen in „Arbeitszeit” umgewandelt haben.
Mit Hilfe der Technik ist es nun möglich jederzeit und von jedem Ort auf der Welt aus zu arbeiten, wir immer und überall sind bzw. jeden erreichen können.
Wie rasant diese Entwicklung stattgefunden hat, lässt sich daran erkennen, dass vor ca. 20 Jahren ein Telefax das schnellste Medium war um ein Schriftstück zu „transportieren” und es dauerte seine Zeit, bis man Antwort erhalten hat.
Ein weiteres Indiz für diesen Trend lässt sich erkennen wenn man die Inhalte der derzeit so populären SMS sich anschaut.
Sie strotzen vor Kürzel, deren Verwendung weiter steigt, um mit einer begrenzten Anzahl von Zeichen eine möglichst hohe Informationsdichte zu erlangen.
Um dies zu verstehen, sollte man sich einmal mit einem „Kürzel – Junkie” unterhalten und sich die wichtigsten Kürzel erklären lassen.
Ein weiterer „Beweis” für diese Entwicklung ist die Erhöhung des Marktanteiles von Hörbüchern. Hörbücher ermöglichen sich gleichzeitig mit mind. 2 Dingen zu beschäftigen, z.B. während der Autofahrt kann man sich einen der vielen „Harry Potter” – Bände vorlesen lassen.
Es gibt weitere Belege, aber ich hoffe durch die o.g. Ausführungen habe ich deutlich gemacht, was ich damit meine und welche möglichen „Gefahren” sich einstellen können.
In Zusammenhang mit dieser Tatsache stellt sich eine interessante Frage: „Was habe ich gemacht, vor Einführung / Nutzung des Handys, Internets, PDA, usw.?” – Es gibt noch Menschen, die von dieser Zeit berichten können.
Man stelle sich einmal vor, alle diese „Neuerungen” geben ihren Geist auf! – Für viele ein wirkliches Horrorszenario.
An dieser Stelle möchte ich aber auch eins klar stellen, ich bin nicht gegen alle diese Neuerungen, meine Kritik setzt bei der Handhabung an. Alle diese Neuerungen sollten, so ist meine Ansicht, zur Erleichterung jedes einzelnen dienen und nicht als eine „Geisel”, als eine Belastung.
Es gibt mittlerweile auch Krankheiten die auf dies alles zurückzuführen sind.
Zurück zum eigentlichen Thema und hier taucht folgende Frage auf: „Wann hat man sich selbst einen Tag gegönnt, ohne Telefon, ohne Handy, ohne Internet?” – viele höre ich jetzt sagen; lang, lang ist´s her!
Das ganze Thema „Zeit” ist schon sehr interessant und es ist auch wichtig sich einmal damit zu beschäftigen.
Hey wäre das nicht ein guter Anstoß sich „freie Zeit” zu verschaffen um sich mit derartigen Fragen einmal zu beschäftigen?
In Zusammenhang mit Zeit – Zeitmanagement – Planung – usw. ist meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt, was für ein „Zeittyp” man ist.
Die Bestimmung des eigene Zeittyps ist Ausschlaggebend für den Aufbau eines eigenen Zeitmanagements, denn es soll ja Nutzen für einen selbst bringen und kein „Klotz am Bein” darstellen. (Ist auch einer der Gründe, warum ein bestimmtes Zeitmanagement – System beim einen sehr gut funktioniert, beim anderen total fehlschlägt.)
Soviel vorerst einmal zum Thema „Zeit – Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft” …