Archiv für 2. Dezember 2008

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Aufschreiben (Teil 01)

… ist für viele mit etwas „Negativem” behaftet. Ich kann nicht verstehen warum?

Für mich ist „aufschreiben”, zu Papier gebrachte Gedanken die ich nicht (teilweise mühevoll) in meinem Kopf „am Leben” erhalten muss.

Mit Hilfe dieses Vorganges habe ich die Möglichkeit einer klareren Abgrenzung und kann somit zielgerichteter vorgehen.

Auf die Frage, warum man sich nicht öfters dieser „Erleichterung” bedient habe ich die unterschiedlichsten Antworten (ich sage dazu Ausreden) erhalten, die sich unter 3 Überschriften einordnen lassen.

Diese sind:

  • „Ich weiß nicht wie ich es aufschreiben soll, mir fehlend dafür die Worte, ich finde nicht die richtigen Worte”
  • „Ich kann es mir noch merken, ich bin noch nicht so vergesslich, so alt – ist doch nur etwas für Dummköpfe, Weicheier”
  • „Das was ich mir zu merken habe ist nicht so wichtig, dass es sich lohnt es aufzuschreiben”

Ein paar kurze Antworten darauf:

Was ich denken kann ich auch schreiben, denn das Aufschreiben sind Gedanken in Worte gefasst – Wenn man nicht die richtigen Worte findet, dann die Gedanken auch nicht richtig – Wann haben deine Kinder Geburtstag, wann ist dein Hochzeitstag, was soll ich nochmals für die Feier beschaffen, bis wann muss ich meine Versicherung gezahlt haben, usw. – Wenn es nicht so wichtig ist, warum denke ich es dann?

Wenn die o.g. Argumente gegen das Aufschreiben mir doch recht simplen Antworten „ausgehebelt” werden können, was sind dann die wirklichen Gründe?

Meiner Meinung nach ist einer der Gründe, warum das Aufschreiben so wenig genutzt wird im Ablauf zu sehen, d.h. wenn man etwas aufschreiben will braucht man einen Stift, ein Stück Papier, muss sich möglicherweise noch hinsetzen und sich dann noch die „richtigen” Worte überlegen.

Für einen derartigen Aufwand fehlt einfach – so die herrschende Meinung – die Zeit.

Um diesem Gedankengut entgegen zu wirken, ist es sinnvoll die Vorteile, den Nutzen gegen den „Aufwand” zu stellen.

Da wäre einmal die Tatsache, dass wenn man etwas aufschreibt, der Inhalt, die Aussage, die Information, sich stärker einprägt. Dies kommt daher, dass ich die jeweilige Information, den jeweiligen Gedanken von allen anderen in meinem Kopf, hinsichtlich Einflussnahme, (symbolisch) trenne.

Ich kann somit meine Konzentration fokussieren – durch aufschreiben setze ich (Gehirn-) Kapazität frei und spare Energie, indem ich nicht dazugehörige Gedanken fernhalten muss bzw. ich nicht permanent entscheiden muss ob dieser Gedanke dazugehört oder nicht.

In Zusammenhang mit diesem Sachverhalt sollte man sich einmal das Thema „Spickzettel” anschauen, denn hier wird das „Aufschreiben” in Reinform zelebriert.

Spickzettel werden als etwas Verbotenes dargestellt. Diese Sichtweise ist nur teilweise richtig! – Nicht die Erstellung von Spickzettel ist verboten sondern deren Gebrauch.

Was könnt also für das Erstellen sprechen? – Da wäre einmal, dass ich den Inhalt eines großen Informationsvolumen (z.B. mehrere DIN A4 – Seiten) auf relativ wenig Platz komprimieren muss. Hierzu muss ich mir ein System aufbauen, mit dessen Hilfe ich aus Stichwörtern, Hinweisen wieder eine „ganze” Info bekomme. Um den „Platzbedarf” möglichst gering zu halten, muss ich als erstes (meine Vorgehensweise) das gesamte Volumen halbieren. Hierzu muss ich das Ganze mehrmals durchlesen und mir dabei überlegen (ich streiche mir hierfür Schlüsselwörter an) was ist meiner Meinung nach wichtig und was kann etwas vernachlässigt werden. Diese 1. Komprimierung schreibe ich dann auf, wobei ich darauf achte, nur max. die Hälfte der Blätter zu verwenden wie das „Original”. So gehe ich dann von Komprimierung zu Komprimierung solange bis ich die gewünschte Größe meines Spickzettels erreicht habe.

Dabei ist mir ein Effekt aufgefallen, durch ein ständiges wiederholen der gesamten Info zu Beginn und während der Arbeit am Spickzettel, ich diesen in den seltensten Fällen angewandt habe (dabei war er immer – „Sicherheitsgurt”)

Im Besonderen Eltern sollte sich dies alles einmal in aller Deutlichkeit bewusst machen.

Ein Tipp an dieser Stelle: Erstellen eines gemeinsamen Spickzettels kann auch Spaß machen und zu ungeahnten Erkenntnissen führen.

Zurück zum allgemeinen Thema „Aufschreiben”. Zu den beiden o.g. Punkten (vor dem Exkurs „Spickzettel) gehört (oft) auch, das ich Zeit sparen kann.

Lässt sich am Beispiel „Einkaufszettel” einfach nachwesen. – Wenn ich feststelle, dass ein bestimmtes Lebensmittel zur Neige geht, notiere ich dies auf ein zentral deponierten Zettel und brauche mich vorerst nicht mehr darum zu kümmern (Zeitbedarf: ca. 10 – 15 Sek.). Bin ich dann in der Vorbereitung für meine Einkaufstour nehme ich diesen Notizzettel her und muss mir nur noch überlegen, unterscheiden wo ich was bekomme (Zeitbedarf: ca. 5 Min.)

Bei der anderen Vorgehensweise muss / sollte ich nachschauen, was ich benötige, muss dann sofort entscheiden och ich das aktuell benötige und ich muss entscheiden, wo ich das bekomme.

Eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass ich für diesen Ablauf deutlich mehr Zeit u. Aufwand betreiben muss als beim 1. Ablauf.

Weiterer Nutzen ist der, dass man auch Geld sparen kann, indem „Spontankäufe” und „Fehlkäufe” deutlich reduziert werden.

Eine „Verfeinerung” hilft außerdem Zeit zu „sparen” (Stichwort: „Zeitmanagement”), da man in der Regel seine Einkäufe bei (fast) immer dem gleichen Händler tätigt, kann man sich seinen Einkaufszettel so gestalten, wie die Waren im Laden angeboten werden.

Ich kann mir vorstellen, dass jetzt Stimmen laut werden, die da sagen, ja bei etwas so banalem wie einem Einkaufszettel ist dies möglich, was ist aber mit komplexeren Sachverhalten?

Auf meine Erfahrung beruhend kann ich sagen, dass es dort genauso funktioniert und sollten meine Erfahrungen nicht ausreichen, dann sollte man einmal seinen Augenmerk darauf richten, wo alles aufgeschrieben, notiert, vermerkt wird.

Wer schon einmal seine Aufschriebe, Notizen bei einer wichtigen Angelegenheit heranziehen konnte und erfolgreich war, der weiß von was ich spreche, was ich meine.

Was könnte ein weiterer Vorteil / Nutzen sein? – Wie schaut es z.B. mit meinem Wortschatz aus? Durch Aufschreiben kann ich diesen anwenden, werde dadurch „Wortfester” gegebenenfalls ausbauen und erkennen, welche „Wortwahl” ich für jeweilige Sachverhalte habe.

Dies alles hat zur Folge, dass ich z.B. bei Gesprächen, Diskussionen, Verhandlungen (noch) souveräner erfolgreicher auftreten kann.

Der weit aus größte Vorteil / Nutzen ist aber der, dass ich damit der sog. „Vergesslichkeit” ein Schnippchen schlagen kann!

Anhand von wichtigen Terminen (z.B. Geburtstagen, Zahlungsterminen, Hochzeitstage, Kontroll- u. Projekttermine, usw.) lässt sich dies sehr anschaulich darlegen.

Nehmen wir z.B. Geburtstage. Die der nächsten Angehörigen, der Familie sind noch mehr oder weniger geläufig. Wann hat der Chef Geburtstag, der / die Mitarbeiter? – War der 23.07. nun der Hochzeitstag oder der Geburtstag des Erbonkels?

Mir war es zu aufwendig und mühselig alle diese Daten im Kopf zu behalten und um ja keinen zu vergessen diese immer und ständig.

Was habe ich gemacht? – Ich habe alle diese Termine zentral erfasst (aufgeschrieben) und zum jeweiligen Zeitpunkt werden die aktuell anstehenden „aufgearbeitet”. Die zentrale Erfassung wird ständig ergänzt bzw. überarbeitet.

Seit ich so verfahre, habe ich (bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen) keiner dieser Termine mehr „versäumt”. Im Gegenteil, ich sorgte sogar für Überraschungen, wenn ich jemand zum Geburtstag gratuliert habe, der es von mir gar nicht erwartet hätte. Und das ist ein gutes Gefühl!

Um in den vollen Genuss, dem Nutzen hinsichtlich dem Aufschreiben zu kommen, bedarf es eines gewissen „Trainings”. – Aha, jetzt kommt der Haken an der Sache, werden einige nun denken – wer aber davon schon profitiert wird über derartige Aussagen nur (müde) lächeln.

Weiterhin ist es aber eine Tatsache, dass man in nichts „Meister” wird ohne vorher etwas zu lernen, zu tun, zu „trainieren”. Des Weiteren zwingt keiner einen dazu, es bleibt jedem selbst überlassen.

Sich aber dann, teilweise lautstark und als Entschuldigung vorschiebend, über die eigene Vergesslichkeit zu beklagen gilt dann nicht mehr!

Wie bei allem steht am Anfang Antworten auf die Fragen – welchen Vorteil / Nutzen man davon haben möchte? / wie „tief” man in die Materie einsteigen möchte? – zu finden.

Da es hierfür keine allgemeingültigen Vorgaben gibt, muss dies jeder für sich selbst beantworten.

Mit den Antworten hat man sich nun gleichzeitig sein „Ziel” definiert und das ist, wie bekannt sein dürfte, bereits die „halbe Miete”. Durch Zuhilfenahme des sog. „Zielkorridors” lasst sich das ganze nun noch verfeinern, spezifizieren.

(Hinweis: ein sollte / muss qualitativ und quantitativ bestimmt sein!)

Wenn man das „Zielkorridor” – Verfahren angewandt hat, geht es nun darum die einzelnen Teilschritte „abzuarbeiten”.

Da wäre einmal die Schaffung einer „zentralen Erfassungsstelle / -möglichkeit” wie z.B. zentraler Einkaufszettel, „ewiger (Geb.-) Kalender”, „zentraler” Notizblock – WICHTIG: Zugang für alle Beteiligten schaffen!

Aufstellung der Regel / Anweisung, (alle) anfallenden Infos auf das jeweilige „Erfassungsmedium” zu notieren wäre der nächste Schritt.

(z.B. Einkaufszettel – sollte jemand das letzte Lebensmittel angebrochen, verbraucht haben bzw. es zur Neige geht = notieren)

Als nächstes gilt es einen Zeitpunkt zu bestimmen, an dem die so notierten Daten / Infos „übertragen” werden (z.B. „ewiger Kalender” – jeweils am letzten Wochenende des laufenden Monats die Geb.- Tage des kommenden Monats, der nächsten 2,3 Monate in den eigenen „Planer” übernehmen.

Sollten für diese Info Vorarbeiten notwendig sein, so gilt es für diese einen „Endpunkt” zu fixieren.

(z.B. stelle ich bei der Übertragung der Geb.-Tage fest, dass ich einer bestimmten Person ein Geschenk, einen besonderen Gruß zukommen lassen will, so bestimme ich einen Termin / Tag bis wann ich das getan haben muss bzw. ich es beschafft haben muss. Liegt bei mir i.d.R. bei 3 Tagen vor dem Termin.)

Sind für den jeweiligen Termin mehrere „Kontrolltermine” notwendig, so notiere ich mir hierfür jeweils einen Zeitpunkt.

Hört sich alles sehr komplex und zeitintensiv an, ist es aber nicht!

Bis sich der Ablauf einmal „automatisiert” hat, vergeht etwas Zeit, aber bereits bei der Einführung wird man eine deutliche Verbesserung feststellen.

Um diese Automatisierung so schnell wie möglich zu erreichen, gibt es nur eins: tun – tun – tun.

Warum das Aufschreiben einen solchen negativen Touch hat, liegt auch daran, dass viel zu viel aufgeschrieben wird, obwohl oft Stichworte genügen würden.

Um hierfür ein Gefühl zu bekommen, gilt es den Platz für Notizen zu beschränken. Es ist für mich schwer vorstellbar, aber ein leeres DIN – A 4 Blatt ist für viele ein Graus.

Es tauchen Fragen auf wie z.B. „Wie fange ich an?” – „Was schreibe ich?” – „Wie formuliere ich es?” – usw.

All solche Fragen (und das Finden der Antworten) halten einen vom Aufschreiben ab.

Das was ich aufschreibe soll nicht den Literaturnobelpreis bekommen, es soll vielmehr mir von Vorteil / Nutzen sein und somit ist der Anspruch auf richtige Formulierung, Rechtschreibung, Wortwahl nicht von Relevanz.

Wenn ich für bestimmte Worte meine eigene Definition habe, so genügt nur dies eine Wort und ich weiß was damit gemeint ist.

Die „Angst vor dem leeren DIN – A4 Blatt” ist auch einer der Hauptgründe, warum viele Briefe / Postkarten einen fast identischen Aufbau aufweisen bzw. keinen Anwendung mehr finden.

Auch mir ist es so ergangen, heute bin ich ein begeisterter „Aufschreiber”. Es gibt sogar Stimmen, die behaupten ich würde übertreiben.

Um aber die „Angst” zu verlieren habe ich mir folgender Hilfsmittel bedient (kann auch als Vorstufe für „zentrale Erfassungsmöglichkeit / – stelle” verwendet werden!)

Zu diesem Zweck habe ich an mehreren bestimmten Stellen in der Wohnung, im Büro „Post-it” – Aufkleber (7,5 x 7,5 cm) verteilt. Galt es etwas aufzuschreiben habe ich dies auf den Aufklebern getan und diesen dann an die Zimmertür, Nachtschränkchen, o.ä. geklebt.

Einmal am Tag, meistens Abends, bin ich dann durch die Wohnung gegangen und habe alle Zettel eingesammelt und sie dann entsprechend „weiterverarbeitet”, indem ich z.B. die einen auf den Einkaufszettel übertragen habe, den andere in meinen Planer, usw.

Zwischenzeitlich bin ich dazu übergegangen, an bestimmten Plätzen (z.B. am Telefon, am Bett, o.ä.) einen Block liegen zu haben. In meiner „Umgebung” liegt immer ein Block, ein Notizbuch, Kugelschreiber, Stift.

Dies ist eine Methode und es gibt sicherlich noch viele andere. Wenn jemand eine andere ausprobiert hat und sie geholfen hat, bitte um Mitteilung, danke.

Was ich dabei für mich gelernt habe ist, dass ich Dinge / Sachverhalte aufschreibe, die ich nachher gar nicht brauche. Mir hat es aber ein gutes Gefühl gebracht sowie ein entspannteren Umgang mit Vielem.

Aussagen wie, ich weiß nicht wie ich anfangen soll oder ich weiß nicht wie ich den Einstieg finden kann, erstaunen mich nach wie vor.

Man muss sich nur vorstellen, wie ein verbales Gespräch ablaufen würde! – Die meisten Gespräche laufen doch so ab, dass man einen bestimmten Gedanken äußert und sich daraus alles andere ergibt, entwickelt.

Daher sollte man sich das weiße Blatt als „Gesprächspartner” vorstellen, gegenüber dem ich meine Gedanken äußere. Hat einen großen Vorteil, dieser „Gesprächspartner” lässt einen alles sagen, gibt keine Widerworte, unterbricht mich nicht, usw.

Dieses Vorgehen hilft einem die „Hürde” zu nehmen, die da heißt, ich weiß nicht was ich aufschreiben will bzw. es ist nicht so wichtig

Hierzu eine Frage: „Wie oft führt man ein Gespräch, dass nicht immer einen tiefgründigen Sinn hat, sog. „Blah-Blah-Blah – Gespräche?”

Eine weitere „Angst” führt zu einer weiteren großen Blockade. Diese Angst lässt sich wie folgt umschreiben: Das was ich aufschreibe, steht so festgeschrieben, ist unumstößlich und ist für jeden einsehrbar.

Dieser Ansicht stimme ich nicht zu! – Genau wie in einem Gespräch kann ich meine Meinung jederzeit ändern. Trifft somit auch auf das Geschriebene zu! – Meine Notizen sind meine, ich brauche sie niemand anderem zu zeigen und mir gegenüber sollte ich keine „Geheimnisse” / Hemmungen haben.

Wenn ich dies alles so betrachte, dann bringt Aufschreiben mehr Vorteile / Nutzen für mich selbst als die angenommenen Nachteile.




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